Drogen in der Übersicht

Informiere dich über Wirkung und Risiken verschiedener Drogen und Substanzen. Du kannst auch herausfinden, welche Wechselwirkungen zwischen einzelnen Drogen und HIV- oder HCV-Medikamenten bestehen.

Erste Hilfe beim Drogennotfall

Notruf: 112, Polizei: 110
Sucht- und Drogenhotline: 01805-313031
Vergiftungszentrale: 030/19240

Heroin

Diacetylmorphin, H
Wirkstoff: Diacetylmorphin (Opioid)

Wirkungen und Nebenwirkungen

Wirkungen und Nebenwirkungen

  • Beruhigung, Wärmeempfindung, Entspannung, Müdigkeit, Langsamkeit, Gleichgültigkeit
  • Dämpfung der Sinneswahrnehmung und Verminderung der Schmerzwahrnehmung
  • Verringerung der sexuellen Lust
  • Verlangsamung der Atmung, bei Überdosis Atemlähmung und Tod
  • Verstopfung
  • Die Toleranzentwicklung (Gewöhnung) macht bald eine Dosissteigerung erforderlich und führt rasch zu körperlicher und psychischer Abhängigkeit
  • ca. 8 -12 Stunden nach der letzten Einnahme Entzugserscheinungen (Schweißausbrüche, Zittern, Gereiztheit, Rastlosigkeit, Krämpfe, Schlaflosigkeit, "Drogenhunger")
  • Verwirrung, Desorientierung, Auftreten von Psychosen möglich

 

Gesundheits-Tipps, Safer Use

  • Zum Spritzen für jeden Druck eine sterile Spritze/Nadel verwenden, Spritzbesteck und Zubehör nicht mit anderen teilen. Vorsichtig dosieren, da Qualität und Konzentration des Stoffs stark schwanken!
  • Beim Sniefen/Inhalieren (von Heroinrauch) ist eine Überdosierung kaum möglich; allerdings werden die Nasenschleimhäute/Atemwege geschädigt. Immer nur das eigene Röhrchen verwenden, um das Risiko einer Hepatitisübertragung zu vermeiden.
  • Zum Aufkochen (nur mit dem eigenen Löffel!) steriles Wasser, kaltes, frisches Leitungswasser oder Mineralwasser ohne Kohlensäure und Ascorbinsäure verwenden (keinesfalls Zitronensaft/Zitronensaftkonzentrat oder Essig).
  • Ansonsten gelten bei Beginn oder Umstellung einer HIV-Therapie die gleichen Regeln wie bei Methadon (s. dort).

Literatur

Inturrisi CE, Max MB, Foley KM, et al. The pharmacokinetics of heroin in patients with chronic pain. N Engl J Med 1984; 310:1213-7. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/6709027?ordinalpos=4&itool=EntrezSystem2.PEntrez.Pubmed.Pubmed_ResultsPanel.Pubmed_RVDocSum

Jenkins AJ, Keenan RM, Henningfield JE, et al. Pharmacokinetics and pharmacodynamics of smoked heroin. J Anal Toxicol 1994;18:317-30. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/7823539?ordinalpos=2&itool=EntrezSystem2.PEntrez.Pubmed.Pubmed_ResultsPanel.Pubmed_RVDocSum

Megarbane B, Gueye P, Baud F. Interactions between benzodiazepines and opioids. Ann Med Interne (Paris) 2003; 154 Spec No 2:S64-72.

Clark NC, Lintzeris N, Muhleisen PJ. Severe opiate withdrawal in a heroin user precipitated by a massive buprenorphine dose. Med J Aust 2002 ; 176(4):166-7. 

Wechselwirkungen mit HIV-Medikamenten

Aptivus® + Heroin

 

Heroin wird durch sog. Esterasen in der Leber und im Plasma rasch zu 6-Monoacetylmorphin und Morphin abgebaut. Während Heroin und 6-Monoacetylmorphin ihre maximalen Blutspiegel innerhalb von Minuten erreichen und danach schnell abfallen, erfolgt beim Morphin ein langsamer Spiegelanstieg bzw. -abfall. Mögliche Wechselwirkungen entsprechen daher dem Morphin.

Mit Viracept® (Nelvinavir), Aptivus® (Tipranavir) und Norvir® (Ritonavir) kann theoretisch der Morphin-Abbau beschleunigt werden. Die Folge sind möglicherweise opiat-typische Entzugserscheinungen wie Tränenfluss, Anstieg der Nasensekretion, Schweißausbrüche, Rastlosigkeit, Schlaflosigkeit, erweiterte Pupillen und Zittern.

Da in Studien nur einzelne Substanzen getestet werden, sind Wechselwirkungen weiterer Substanzen trotz Nicht-Nennung nicht ausgeschlossen!

Viracept® + Heroin

 

Heroin wird durch sog. Esterasen in der Leber und im Plasma rasch zu 6-Monoacetylmorphin und Morphin abgebaut. Während Heroin und 6-Monoacetylmorphin ihre maximalen Blutspiegel innerhalb von Minuten erreichen und danach schnell abfallen, erfolgt beim Morphin ein langsamer Spiegelanstieg bzw. -abfall. Mögliche Wechselwirkungen entsprechen daher dem Morphin.

Mit Viracept® (Nelvinavir), Aptivus® (Tipranavir) und Norvir® (Ritonavir) kann theoretisch der Morphin-Abbau beschleunigt werden. Die Folge sind möglicherweise opiat-typische Entzugserscheinungen wie Tränenfluss, Anstieg der Nasensekretion, Schweißausbrüche, Rastlosigkeit, Schlaflosigkeit, erweiterte Pupillen und Zittern.

Da in Studien nur einzelne Substanzen getestet werden, sind Wechselwirkungen weiterer Substanzen trotz Nicht-Nennung nicht ausgeschlossen!

Norvir® + Heroin

 

Heroin wird durch sog. Esterasen in der Leber und im Plasma rasch zu 6-Monoacetylmorphin und Morphin abgebaut. Während Heroin und 6-Monoacetylmorphin ihre maximalen Blutspiegel innerhalb von Minuten erreichen und danach schnell abfallen, erfolgt beim Morphin ein langsamer Spiegelanstieg bzw. -abfall. Mögliche Wechselwirkungen entsprechen daher dem Morphin.

Mit Viracept® (Nelvinavir), Aptivus® (Tipranavir) und Norvir® (Ritonavir) kann theoretisch der Morphin-Abbau beschleunigt werden. Die Folge sind möglicherweise opiat-typische Entzugserscheinungen wie Tränenfluss, Anstieg der Nasensekretion, Schweißausbrüche, Rastlosigkeit, Schlaflosigkeit, erweiterte Pupillen und Zittern.

Da in Studien nur einzelne Substanzen getestet werden, sind Wechselwirkungen weiterer Substanzen trotz Nicht-Nennung nicht ausgeschlossen!

Wechselwirkungen mit anderen Drogen

Benzodiazepine, andere Opioide, GHB oder Ketamin:

  • Sedierung (Versetzung in einen narkoseähnlichen Zustand)
  • Koma und Atemlähmung sind möglich!

  Substitutionsmittel (Methadon, Polamidon®)

  • Atemlähmung  (wegen unterschiedlich starker und langer Wirkung an den Opiatrezeptoren)
  • außerdem kann Buprenorphin in Kombination mit Heroin zu starken Entzugserscheinungen führen. 
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Wer Drogen nimmt weiß, dass deren Wirkung an unterschiedlichen Tagen sehr verschieden sein kann. Dies kann mit der eigenen psychischen und körperlichen Verfassung, aber auch mit dem unterschiedlichen “Reinheitsgehalt”, das heißt dem Verhältnis des reinen Wirkstoffs zu diversen Zusatzstoffen, zusammenhängen.

Zudem ist es möglich, dass die gleiche Substanz bei verschiedenen Menschen unterschiedlich stark und lange wirkt. Faktoren wie beispielsweise Größe und Gewicht einer Person können die Konzentration einer Droge oder eines Medikaments im Körper beeinflussen. Daher machen wir zu den hier aufgeführten Substanzen und ihren Wirkungen keine Dosisangaben.